Eine globale Erhebung von McKinsey unter 1.993 Befragten zeigt: 88 Prozent der Organisationen nutzen AI, aber nur rund ein Drittel hat die Pilotphase verlassen. Nur 39 Prozent berichten überhaupt einen EBIT-Effekt — meist unter 5 Prozent. Eine kleine Gruppe von 6 Prozent „High Performern" zieht den Mehrwert. Der Unterschied liegt nicht im Tool-Einsatz, sondern in Workflow-Redesign und Führungsverantwortung.

1. Der Befund

  • 88 Prozent der befragten Organisationen nutzen AI regelmäßig in mindestens einer Geschäftsfunktion, gegenüber 78 Prozent im Vorjahr.
  • Rund ein Drittel der Organisationen befindet sich in der Skalierungsphase; die Mehrheit verharrt im Experimentier- oder Pilotstadium.
  • 39 Prozent der Befragten ordnen AI überhaupt einen Effekt auf das Unternehmens-EBIT zu; bei den meisten dieser Befragten beträgt der EBIT-Beitrag unter 5 Prozent.
  • 23 Prozent geben an, mindestens ein agentisches AI-System irgendwo im Unternehmen zu skalieren — meist in nur ein bis zwei Funktionen.
  • In Marketing und Vertrieb berichten 67 Prozent der Befragten Umsatzsteigerungen aus AI-Use-Cases, davon 10 Prozent über 10 Prozent Umsatzplus.
  • Die Gruppe der „AI High Performer" umfasst rund 6 Prozent der Stichprobe (definiert über >5 Prozent EBIT-Beitrag und selbstberichteten „signifikanten Wert").
  • High Performer gestalten Arbeitsabläufe 2,8-mal häufiger fundamental neu als der Rest.
  • Bei High Performern stimmen 3,0-mal mehr Befragte stark zu, dass das Top-Management Verantwortung für AI-Initiativen übernimmt.

2. Was das für Vertriebsorganisationen bedeutet

Der Befund ist für die Geschäftsführung mittelständischer B2B-Unternehmen entscheidend, weil er ein verbreitetes Missverständnis korrigiert: AI-Nutzung und AI-Wirkung sind nicht dasselbe. Wenn 88 Prozent „nutzen", aber nur 39 Prozent überhaupt einen EBIT-Effekt sehen, dann arbeitet die Mehrheit mit Tools, die parallel zum bestehenden Vertriebsprozess laufen — nicht in ihm.

In der Praxis äußert sich das so: Vertriebsmitarbeiter generieren E-Mail-Entwürfe per Generative-AI, die Pipeline-Logik, das Lead-Scoring, das Forecasting bleiben aber unverändert. Marketing erstellt Content schneller, Sales führt Discovery-Calls wie 2019. Die Studie zeigt, warum genau das wenig Wirkung hat: Der größte erklärende Faktor für Wertschöpfung ist nicht das Tool, sondern das Redesign des Workflows.

Für Marketing und Vertrieb im B2B ist die Spreizung besonders groß: Die Funktion gehört zu den drei mit dem höchsten gemeldeten Umsatzeffekt — aber nur, wenn AI in den Prozess integriert ist, nicht daneben gestellt.

3. Die strukturelle Konsequenz

Aus den Daten folgt eine konkrete Anforderung an die Geschäftsführung: Die Frage „Welche AI-Tools setzen wir ein?" ist die falsche Frage. Die richtige lautet: „An welchen Stellen unseres Vertriebs- und Wachstumsprozesses ändert AI die Arbeitsweise — und wer trägt die Verantwortung dafür, dass das passiert?"

Drei strukturelle Konsequenzen:

  1. Effizienz allein reicht nicht. Die Studie zeigt, dass Organisationen, die ausschließlich Kosten senken wollen, seltener Wert realisieren als solche, die Wachstum oder Innovation als zusätzliches Ziel setzen. Ein „AI-Kostensenkungsprojekt" im Vertrieb ist strukturell unterdimensioniert.
  2. Workflow-Redesign ist Chefsache, nicht IT-Sache. Wenn der 2,8-fach höhere Workflow-Redesign-Anteil bei High Performern der stärkste Differenzierer ist, dann ist das eine Organisations- und Prozessfrage, keine Technologiefrage.
  3. Ohne sichtbares Commitment der Geschäftsführung kein Effekt. Der 3,0-fache Unterschied beim Senior-Leadership-Engagement zeigt: Delegation an einen „AI Lead" reicht nicht. Die Verantwortung für die Veränderung der Vertriebsmechanik liegt strukturell oben.

Für mittelständische B2B-Geschäftsführer heißt das: AI ist kein Effizienzthema des Vertriebsleiters. Sie ist ein Eingriff in das Operating Model des Umsatzes.

4. Der metodic-Ansatz

Statt AI-Tools punktuell auf eine bestehende Vertriebsorganisation zu legen, baut metodic das Go-to-Market-System systematisch um: Pipeline-Logik, Forecasting, Account-Bearbeitung, Marketing-Sales-Übergabe und Use-Case-Integration für AI-Agenten werden als ein Prozess gedacht.

Das adressiert damit genau die zwei Hebel, die die McKinsey-Studie als entscheidend für Wertrealisierung identifiziert: fundamentales Workflow-Redesign und durchgängige Verantwortung der Geschäftsführung.

Quellenhinweis: Alle Daten stammen aus The state of AI in 2025: Agents, innovation, and transformation, McKinsey & Company (QuantumBlack, AI by McKinsey), November 2025. McKinsey & Company ist nicht mit metodic GmbH assoziiert. Der vorliegende Artikel paraphrasiert Kernergebnisse der Studie und verknüpft sie mit eigenen Einschätzungen von metodic GmbH. Es handelt sich nicht um eine vollständige Wiedergabe der Studie.